Abiturbestenquote: Vom Landesvergleich zum Studienort
In der Abiturbestenquote hängt der Rang vor allem vom Ergebnis der Hochschulzugangsberechtigung ab. Bei einem deutschen Abitur spielt auch das Bundesland eine Rolle, in dem das Zeugnis erworben wurde. An einem Beispiel lässt sich verfolgen, warum die Abiturpunktzahl, die Position im bundesweiten Vergleich und der Rang am Wunschort unterschiedliche Angaben sind.
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Du vergleichst mit einem Freund die Abiturnoten. Ihr möchtet beide Zahnmedizin studieren und habt dieselbe Durchschnittsnote, aber eure Zeugnisse stammen aus verschiedenen Bundesländern. Eine Tabelle mit früheren Auswahlgrenzen nennt für eure Wunschhochschule eine HZB-Durchschnittsnote und eine HZB-Punktzahl. Lässt sich daran ablesen, ob ihr beide an derselben Stelle der Liste stehen würdet? Dafür müsstet ihr wissen, wie aus dem Zeugnis ein Rang wird und auf welche Liste sich die Tabelle bezieht.
Auf dem Zeugnis beginnt der Vergleich
Die Abiturbestenquote ist einer der Wege, auf denen Plätze in bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengängen vergeben werden. Den Zusammenhang mit den anderen Hauptquoten erklärt die Übersicht der Kultusministerkonferenz zur Hochschulzulassung. In der Abiturbestenquote zählt das Ergebnis deiner Hochschulzugangsberechtigung. Wenn du dich mit deutschem Abitur bewirbst, suchst du auf deinem Zeugnis die Gesamtpunktzahl und die daraus bestimmte Durchschnittsnote. Es sind zwei Angaben zum selben Abschluss, aber die Punktzahl unterscheidet Leistungen feiner.
Vergleicht zunächst nur eure Zeugnisse. Steht neben derselben Durchschnittsnote auch dieselbe Gesamtpunktzahl? Falls die Punkte voneinander abweichen, hat das eine einfache Erklärung: Die Umrechnungstabelle für die Abiturdurchschnittsnote fasst mehrere Punktwerte zu einer Notenstufe zusammen. Ein Unterschied in den Punkten kann deshalb schon innerhalb eines einzigen Bundeslandes für die Reihenfolge wichtig sein.
Warum das Land des Zeugnisses zählt
Die Länder unterscheiden sich unter anderem darin, wie häufig bestimmte Abiturergebnisse vorkommen. Eine Bewerberin mit Abitur aus Hessen wird deshalb zunächst im Zusammenhang mit den Bewerbungen aus ihrem Abiturland eingeordnet. Entscheidend ist in diesem Beispiel, wo sie das Abitur erworben hat. Ein späterer Umzug oder der Wunsch, in einem anderen Bundesland zu studieren, macht aus ihrem hessischen Abitur kein anderes Zeugnis.
Das Bildungsdossier der KMK erläutert, warum Landesquoten und relative Positionen bei der Vergleichbarkeit eine Rolle spielen. Im Verfahren werden die Landeslisten zu einer gemeinsamen Bundesliste zusammengeführt. Deine Position dort beschreibt, wie du im bundesweiten Vergleich eingeordnet wirst. Aus deiner eigenen Punktzahl allein kannst du diese Position nicht ausrechnen. Dazu müsste unter anderem feststehen, mit welchen Ergebnissen sich die anderen Personen in diesem Verfahren bewerben.
Wie daraus ein Rang am Wunschort wird
Stell dir eine Bewerberin aus Hessen und einen Bewerber aus Schleswig-Holstein vor. Beide möchten nach Hamburg. Ihre Zeugnisse werden zunächst in unterschiedlichen Landeslisten eingeordnet. Für ihren Studienwunsch Hamburg ist anschließend ihre Position aus dem bundesweiten Vergleich maßgeblich. Aus der Reihenfolge der Personen, die den Standort gewählt haben, ergibt sich die Rangfolge dort. Dass der Bewerber geografisch näher an Hamburg wohnt, ist für diesen Vergleich kein Vorteil.
Die Bewerberin hat außerdem einen weiteren Ort angegeben. Dort konkurriert sie mit anderen Bewerbenden als in Hamburg. Daher kann ihr Rang am zweiten Standort anders aussehen, obwohl die Gesamtpunktzahl auf ihrem Zeugnis und ihre eigene Position im bundesweiten Vergleich gleich bleiben. Die Landesquote reserviert ihr auch keinen Platz an einer hessischen Hochschule. Sie ordnet die Zeugnisleistung für das Auswahlverfahren ein.
Eine veröffentlichte Grenze richtig zuordnen
Öffne die Auswahlgrenzen für Zahnmedizin und suche die Tabelle zur Abiturbestenquote für das Bundesland, in dem du dein Abitur erworben hast. Lies in der Zeile deiner Wunschhochschule die HZB-Durchschnittsnote und die HZB-Punktzahl ab. Das sind Zeugniswerte, mit denen Bewerbende in diesem abgeschlossenen Verfahren ein Angebot bekommen konnten. Notiere Studienfach, Standort, Semester und Quote zusammen mit dem Bundesland.
Anders liest du einen persönlichen Ablehnungsbescheid von Hochschulstart. In der Abiturbestenquote bezeichnet „Ihr Wert“ deinen Rang auf der Bundesliste nach dem Abiturnotenausgleich. Vergleiche diesen Rang mit der entsprechend bezeichneten Angabe im Bescheid. Die veröffentlichte Punktgrenze beschreibt die Vergabe in dem genannten Durchgang. Für deinen eigenen gelten die dann vorliegenden Bewerbungen und Plätze. Der Leitfaden zu örtlichen und bundesweiten Auswahlgrenzen hilft dir, den passenden Bewerbungsweg zu finden, wenn du neben deinem medizinischen Studienwunsch ein weiteres Fach in Betracht ziehst.
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Häufige Fragen
Muss ich mich im Bundesland meines Abiturs bewerben?
Du kannst andere Studienorte wählen. Das Land, in dem du das Abitur erworben hast, ist für den Vergleich der Zeugnisleistungen wichtig und legt deinen Studienort nicht fest.
Warum genügt die Durchschnittsnote nicht für einen Rangvergleich?
In derselben Notenstufe können unterschiedliche Abiturpunktzahlen liegen. Außerdem wird bei der Auswahl berücksichtigt, wie die Zeugnisleistungen im Ländervergleich einzuordnen sind.
Können verschiedene Standorte verschiedene Grenzen haben?
Ja. Es kommt darauf an, welche Personen sich für den jeweiligen Standort beworben haben und wie viele Plätze dort in der betreffenden Quote vergeben werden.
Quellen & Nachweise
- Hochschulzugang und Hochschulzulassung · Kultusministerkonferenz
- Hintergrundpapier zum Staatsvertrag über die Hochschulzulassung · Kultusministerkonferenz
- Das Bildungswesen in der Bundesrepublik Deutschland · Kultusministerkonferenz
- Auswahlgrenzen Zahnmedizin am Ende der Koordinierungsphase · Stiftung für Hochschulzulassung · 2026
- Bereitstellung der Bescheide · Stiftung für Hochschulzulassung

