Studienwahl mit einem Online-Self-Assessment prüfen
Ein Online-Self-Assessment hilft dir, deine Vorstellungen von einem Studiengang zu überprüfen. Besonders aufschlussreich sind Antworten, die dich überraschen. An einem Beispiel aus dem Lehramt siehst du, wie du eine Rückmeldung mit einer Erfahrung aus der Schule vergleichst und daraus eine konkrete Frage für die Studienberatung entwickelst.
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„Du erklärst anderen gern etwas.“ Als Ergebnis eines Online-Self-Assessments kann dieser Satz erfreulich sein und trotzdem eine Frage offenlassen. Erklärst du gern eine Lösung, die du schon kennst? Oder reizt dich die Aufgabe, erst herauszufinden, warum jemand an einer bestimmten Stelle hängen bleibt? Für die Entscheidung zwischen einem Fachstudium und einem Lehramtsstudium kann dieser Unterschied aufschlussreicher sein als die Überschrift deines Ergebnisprofils.
Kläre, welche Frage du mitbringst
Ein Online-Self-Assessment, kurz OSA, lässt dich eigene Interessen, Erwartungen oder Arbeitsweisen mit Anforderungen eines Studiengangs vergleichen. Lies auf der Einstiegsseite nach, wofür das Angebot gedacht ist. Bei einem Interessenfragebogen schätzt du dich selbst ein. Bei einer Beispielaufgabe erlebst du dagegen, wie du mit einer bestimmten Anforderung zurechtkommst. Schreib dir vorab deine offene Frage auf. „Will ich später unterrichten?“ lässt sich schwer auf einmal beantworten. „Wie gern beschäftige ich mich damit, wie andere mathematisch denken?“ gibt dir etwas, worauf du beim Bearbeiten achten kannst.
Antworte bei Selbsteinschätzungen so, wie du dich in einer konkreten Situation erlebt hast. Wer durchweg ankreuzt, was eine gute Lehrkraft seiner Meinung nach tun sollte, erfährt vor allem etwas über sein Berufsbild. Für eine Beispielaufgabe helfen zwei kurze Notizen am Rand. Was hat dir am Bearbeiten gefallen? Wo hat dir Wissen gefehlt? Eine ungewohnte Aufgabenstellung und fehlendes Interesse können sich im ersten Moment ähnlich anfühlen.
Lies die Rückmeldung neben einer konkreten Erfahrung
Angenommen, du interessierst dich für Mathematik auf Lehramt. Im OSA sollst du einschätzen, ob du anderen geduldig etwas erklären kannst. Denk an eine Situation, in der jemand Brüche addiert und die Nenner mitaddiert hat. Hast du das richtige Verfahren vorgerechnet? Hast du dir den Gedankengang erklären lassen? Was hättest du noch versucht, wenn dein erster Hinweis nichts geändert hätte?
Schreib den Wortlaut einer Rückmeldung auf und setze diese Erfahrung daneben. Auch ein Widerspruch ist aufschlussreich. Vielleicht hältst du dich beim Sprechen vor Gruppen für unsicher, erklärst aber im Einzelgespräch ausgesprochen gern. Daraus ergibt sich eine genauere Frage nach den Gelegenheiten, im Studium das Anleiten einer Lerngruppe zu erproben. Die Ständige Wissenschaftliche Kommission beschreibt für die Lehrkräftebildung genau diese Grenze. Selbsteinschätzungen helfen bei der Orientierung. Wie du später tatsächlich unterrichtest, lässt sich daraus allein kaum ableiten.
Vergleiche das Ergebnis mit einer echten Studienaufgabe
Öffne die Modulbeschreibungen einer Hochschule, die dich interessiert. Such für das Lehramtsbeispiel nach einer Veranstaltung zur Mathematikdidaktik. Welche Tätigkeit steht dort? Einen Lösungsweg eines Kindes analysieren, Unterrichtsmaterial entwickeln und die eigene Lösung eines mathematischen Problems begründen sind unterschiedliche Aufgaben. Wähle eine davon und prüfe, ob sie zu dem Teil des Selbsteinschätzungsverfahrens passt, der dein Interesse geweckt hat. Achte auch auf fachwissenschaftliche Veranstaltungen, die im Fragebogen vielleicht kaum vorkamen.
Wenn dich mehrere Studienorte interessieren, vergleiche dieselbe Frage an beiden Orten. Unterschiedlich benannte Module können ähnliche Inhalte haben. Aussagekräftiger als die Überschrift ist, was Studierende im Seminar tun und welche Arbeit am Ende verlangt wird. Findest du dazu keine Auskunft, notiere genau diese Lücke für die Fachstudienberatung.
Beispielplan für deine Entscheidung
Nimm dein Ergebnis mit zu einem Hochschulinformationstag oder in die Sprechstunde der Studienberatung. Statt allgemein zu fragen, ob der Studiengang schwer ist, könntest du nach einem typischen Beispiel für die Analyse eines Schülerfehlers fragen. Erkundige dich auch, wann Studierende Rückmeldungen auf ihre eigenen Erklärungen bekommen. Halte nach dem Gespräch fest, was du jetzt über den Studienalltag weißt und was du gern selbst ausprobieren möchtest.
Lege am Ende die Bewerbungshinweise daneben. Ob die Hochschule die Teilnahme an einem Verfahren verlangt, steht dort. Den passenden Nachweis für den Hochschulzugang und eine mögliche Zulassungsbeschränkung am Studienort prüfst du jeweils gesondert. So kannst du die Frage nach deinem Interesse in Ruhe bearbeiten und weißt zugleich, welche Unterlagen du für die Bewerbung brauchst.
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Häufige Fragen
Was mache ich mit einem unerwarteten Ergebnis?
Suche die Aufgabe oder Aussage, die zu der Rückmeldung geführt hat. Prüfe an einem eigenen Beispiel, unter welchen Bedingungen du genauso oder anders reagiert hättest.
Muss ich mein Ergebnis bei der Bewerbung vorlegen?
Prüfe die Bewerbungshinweise für deinen Studiengang. Dort steht, ob eine Teilnahme nachzuweisen ist und welches Dokument die Hochschule verlangt.
Wie nutze ich das Ergebnis für ein Beratungsgespräch?
Bring eine Rückmeldung, eine passende Stelle aus einem Modulhandbuch und eine konkrete Frage zum Studienalltag mit. So hat dein Gegenüber einen Anhaltspunkt für die Antwort.
Quellen & Nachweise
- Lehrkräftegewinnung und Lehrkräftebildung für einen hochwertigen Unterricht · Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz
- Berufliche Orientierung · Kultusministerkonferenz

