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Anforderungsbereiche im Abitur an einer Aufgabe erkennen

Anforderungsbereiche helfen dir zu erkennen, wie viel du in einer Aufgabe selbst erschließen sollst. An einer Umfrage zum Mensaessen kannst du einen vertrauten Wert ablesen, Ergebnisse zwischen Gruppen vergleichen und die Tragfähigkeit einer Behauptung beurteilen. Die nötigen Denkschritte werden vor allem am Material und an der genauen Fragestellung sichtbar.

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Dasselbe Blatt, unterschiedliche Aufgaben

Die Mensa überlegt, häufiger ein vegetarisches Tagesgericht anzubieten. Auf einem Arbeitsblatt findest du die Ergebnisse einer freiwilligen Befragung. Das Blatt nennt die Zahl der Befragten, ihre Jahrgangsstufe und die Zahl der Zustimmungen pro Stufe. Ein Aushang an der Mensakasse hatte zur Teilnahme eingeladen. Mit diesem einen Blatt lassen sich sehr verschiedene Fragen bearbeiten. Der Unterschied liegt darin, was du mit den Angaben machen sollst.

Die KMK unterscheidet in den Mathematikstandards fürs Abitur zwischen Anforderungsbereichen. Sie reichen von vertrauten Verfahren über mehrschrittige Zusammenhänge bis zur eigenständigen Bewertung von Argumenten oder Lösungswegen. Das grundlegende oder erhöhte Anforderungsniveau bezeichnet dagegen das Niveau des Kurses. Schau bei einer einzelnen Aufgabe deshalb auf den Denkweg, den sie verlangt. Das folgende Beispiel zeigt die Unterschiede an einem selbst entworfenen Arbeitsblatt.

Einen Wert lesen und richtig benennen

Für eine erste Aufgabe sollst du angeben, wie viele Jugendliche einer bestimmten Jahrgangsstufe zugestimmt haben. Such die richtige Zeile und Spalte. Nenne die Zahl und gib im Antwortsatz an, wessen Stimmen du gezählt hast. Wer „Die Stufe wünscht sich das neue Gericht“ schreibt, macht aus einer Anzahl bereits eine Aussage über die ganze Gruppe. Dafür hat die Aufgabe keinen Beleg verlangt oder geliefert.

Wenn dir der Aufbau der Tabelle vertraut ist, gehört ein solcher direkter Zugriff zum Anforderungsbereich I. Auch die Anwendung eines eingeübten Verfahrens kann hierher gehören. Zur Kontrolle reicht in unserem Fall der Blick auf die Beschriftung. Steht die Zahl für alle Befragten der Stufe oder für diejenigen, die zugestimmt haben? Diese kurze Prüfung hilft dir auch bei Aufgaben, die später mehr verlangen.

Einen Vergleich erst möglich machen

Im nächsten Auftrag sollst du herausfinden, in welcher Stufe die Zustimmung unter den Befragten stärker ausgeprägt war. Die Stufen haben unterschiedlich viele Antworten eingereicht. Ein Blick auf die größere Anzahl der Ja-Stimmen genügt jetzt kaum. Wähle für jede Stufe die passende Bezugsgröße und bestimme den Anteil der Zustimmungen an den Antworten dieser Stufe. Erkläre im Vergleichssatz, auf wen sich deine Aussage bezieht.

Hier musst du ein bekanntes Verfahren auswählen, seine Verwendung aus den Bedingungen herleiten und die Ergebnisse aufeinander beziehen. Das veranschaulicht einen Denkweg im Anforderungsbereich II. Stehen dagegen die fertig berechneten Anteile bereits nebeneinander und wird nur nach dem größeren Wert gefragt, verändert sich die Aufgabe. Das Thema und der verwendete Fachbegriff bleiben gleich. Was du selbst leisten musst, ergibt sich erst aus dem Zusammenspiel von Frage und Material.

Eine Behauptung auf ihre Reichweite prüfen

Der Mensarat möchte mit dem Ergebnis werben. Sein Entwurf lautet: „Unsere Schule wünscht sich mehr vegetarische Tagesgerichte.“ Prüfe, wie gut die Umfrage diesen Satz trägt. Dein Maßstab könnte sein, ob die befragte Gruppe für die gesamte Schülerschaft steht. Am Aushang an der Kasse kamen vor allem Menschen vorbei, die die Mensa bereits nutzten. Zudem konnten die Angesprochenen selbst entscheiden, ob sie antworten. Aus dem Material geht kaum hervor, wie Jugendliche denken, die ihre Pause anderswo verbringen.

Formuliere ein Urteil, das die brauchbare Information erhält. Die Antworten geben dem Mensarat einen Hinweis auf Wünsche unter den Teilnehmenden. Für eine Aussage über die ganze Schule müsste er auch die Perspektive der übrigen Jugendlichen einholen. Ein Vorschlag wäre eine nach Jahrgangsstufen organisierte Zufallsauswahl mit dokumentierten Rückmeldungen. Ob sich dadurch eine andere Mehrheit ergeben würde, bleibt offen. In dieser eigenständigen Abwägung steckt der Anspruch des Anforderungsbereichs III.

Markiere in deiner Lösung den Satz, der sich unmittelbar aus der Tabelle ergibt, die Stelle mit deiner Entscheidung zur Bezugsgröße und die Begründung für die Grenze der Aussage. Mach denselben Versuch mit einer Musteraufgabe aus deinem Fach. Wenn ihr im Kurs eine andere Zuordnung besprecht, vergleiche die Informationen, die dort vorgegeben waren, und die Schritte, die du selbst entwickeln musstest. Wie du solche Arbeitsschritte in den Vorgaben für dein Fach wiederfindest, kannst du am Beispiel zu den Bildungsstandards nachvollziehen.

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Häufige Fragen

Bedeutet Anforderungsbereich dasselbe wie Kursniveau?

Das Kursniveau beschreibt den Anspruch des Unterrichts. Ein Anforderungsbereich beschreibt, welche gedankliche Leistung eine Aufgabe von dir verlangt.

Kann ich einen Anforderungsbereich allein am Operator erkennen?

Lies auch die Vorgaben und das Material. Die Bearbeitung verlangt andere Schritte, wenn der Weg bereits vorgezeichnet ist, als wenn du das Verfahren selbst wählen und begründen sollst.

Was unterscheidet ein Urteil von einer Vermutung?

Für ein Urteil benennst du einen Maßstab und wendest ihn auf das Material an. Eine begründete Schlussfolgerung darf offenlassen, was sich mit den vorliegenden Informationen nicht klären lässt.

Quellen & Nachweise

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