Eine Leitfrage für die Präsentationsprüfung finden
Wer eine Präsentation im Abitur vorbereitet, braucht früh eine Frage, die sich am verfügbaren Material beantworten lässt. An zwei erfundenen Buchumschlägen übst du, eine Leitfrage einzugrenzen, Bilddetails sinnvoll zu zeigen und eine begründete Antwort zu formulieren. Auch ohne fertige Folien kannst du prüfen, ob dein Gedankengang trägt.
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Prüfe die Frage, bevor du Folien gestaltest
„Buchcover im Wandel“ könnte der Titel einer langen Vortragsreihe sein. Für eine Präsentationsprüfung musst du genauer wissen, welchen Unterschied du erklären willst. Such dir zunächst Material, das sich tatsächlich gegenüberstellen lässt. Stell dir vor, du hast zwei Ausgaben derselben Erzählung vor dir. Auf dem einen Umschlag steht ein Kind vor einem verschlossenen Tor, auf dem anderen liegt ein Schlüssel auf dunklem Grund. Die Frage „Welche Erwartung an die Erzählung wecken diese Umschläge?“ gibt dir einen beobachtbaren Gegenstand und einen Grund für den Vergleich.
Besprich mit der betreuenden Lehrkraft, ob diese Art der Fragestellung zu deinem Fach und zum vorgesehenen Prüfungsformat passt. Kläre auch, was du selbst auswählen darfst, ob es Vorgaben zu den Medien gibt und wie du die Herkunft deiner Abbildungen nachweisen sollst. Die Angaben zum Abitur geben dir eine allgemeine Orientierung. Für die Präsentation an deiner Schule brauchst du die dort geltenden Hinweise.
Erprobe deine Antwort am Material
Leg die Bilder nebeneinander und beantworte die Frage vorläufig in Alltagssprache. Beim Tor möchtest du vielleicht wissen, ob das Kind hineinkommt. Beim Schlüssel fragst du dich, was er öffnen könnte und wem er gehört. Nun schau genauer hin. Steht das Kind am Rand des Bildes, während das Tor fast den ganzen Umschlag einnimmt? Dann kannst du erklären, wie die Größenverhältnisse deinen Blick auf das Hindernis lenken. Ist dagegen das Schlüsselloch deutlich zu sehen, bekommt die Aussicht auf einen Zugang mehr Gewicht. Formuliere deine These erst dann fertig, wenn sie solchen Einzelheiten standhält.
Denk dabei an die Grenze deines Materials. Ein Cover kann eine bestimmte Leseerwartung nahelegen. Wie einzelne Personen auf das Bild reagieren, erfährst du erst, wenn du sie dazu befragst. Für deine Präsentation reicht es, die mögliche Wirkung genau zu begründen. „Der Schlüssel lenkt die Aufmerksamkeit auf ein ungelöstes Rätsel“ ist hier besser zu verteidigen als eine Behauptung darüber, was alle Leserinnen und Leser beim Anblick des Covers empfinden.
Zeige, worüber du gerade sprichst
Wähle für die Ansicht beide Umschläge zunächst vollständig. Nur so kann dein Publikum die Position des Kindes im Verhältnis zum Tor erkennen. Für die spätere Detailansicht kannst du den Schlüssel vergrößern. Sag vor dem Wechsel, worauf alle achten sollen, und lass den Blick kurz auf der Abbildung ruhen. Achte beim Vergrößern darauf, dass ein Ausschnitt als solcher erkennbar bleibt. Vermerke die jeweilige Ausgabe bei der Abbildung, damit sich deine Beobachtung dem richtigen Umschlag zuordnen lässt.
Ein einfacher Probelauf zeigt dir, ob die Bildauswahl funktioniert. Bitte jemanden, sich ans andere Ende des Zimmers zu setzen und nach deinem Vortrag auf das Detail zu zeigen, das deine Deutung stützt. Zeigt die Person auf das Tor, während du vom Schatten des Kindes gesprochen hast, war vielleicht die Abbildung zu klein. Möglicherweise fehlt auch ein Satz, der von der sichtbaren Einzelheit zu deiner These führt. Verändere gezielt die Stelle, an der ihr den Faden verloren habt.
Formuliere den Schluss als Antwort
Schreib deine Leitfrage und deinen letzten Satz untereinander. Lies nur diese beiden Zeilen. Eine Antwort könnte lauten, dass der erste Umschlag den Blick auf eine Figur vor einem Hindernis richtet, während der zweite einen Gegenstand zum Ausgangspunkt einer Suche macht. Nimm im Vortrag noch einmal die entscheidenden Bilddetails auf. So hört dein Publikum, wie du zu der Unterscheidung gekommen bist. Für die mündliche Deutschprüfung betonen die Standards der Kultusministerkonferenz unter anderem den gegliederten Vortrag und die begründete Darstellung eigener Urteile.
Probier diesen Schluss zuerst ohne Bildschirm aus. Gelingt er dir, kannst du bei einer Probe mit Folien gezielt auf Übergänge und Bildwechsel achten. Brichst du mitten in der Begründung ab, ergänze den fehlenden Gedanken auf deiner Notizkarte. Plane im Wochenplan einen Termin ein, an dem jemand zuhören kann, der die Erzählung noch nicht kennt. Gerade diese Person merkt, wenn du etwas voraussetzt, das auf der Abbildung kaum zu erkennen ist.
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Häufige Fragen
Wann ist meine Leitfrage zu breit?
Wenn du mehrere Unterrichtsthemen erklären müsstest, bevor du überhaupt am Material arbeiten kannst. Begrenze den Gegenstand oder entscheide dich für einen Vergleichsaspekt.
Brauche ich für jede Behauptung eine eigene Folie?
Überleg, wo das Publikum etwas sehen muss, um dir zu folgen. Für die Gegenüberstellung zweier Bilddetails eignet sich oft eine gemeinsame Ansicht. Kläre die Medienvorgaben deiner Schule.
Wie bereite ich mich auf einen Einwand vor?
Wähle die Behauptung, die am meisten von deiner eigenen Deutung abhängt. Suche eine zweite plausible Lesart und benenne das Detail, das für deinen Vorschlag spricht.
Quellen & Nachweise
- Bildungsstandards im Fach Deutsch für die Allgemeine Hochschulreife · Kultusministerkonferenz · 2012

