Hörverstehen und Sprachmittlung fürs Abitur üben
Eine geänderte Durchsage kann beim Hörverstehen wichtiger sein als das zuerst Gehörte. Bei einer Sprachmittlung entscheidet der Anlass darüber, welche Informationen du weitergibst. Mit einer Aufnahme aus dem Unterricht und einem erfundenen Museumsaushang übst du beide Fähigkeiten für Englisch oder Französisch und prüfst deine Ergebnisse getrennt.
Zuletzt aktualisiert:
Gib deinem Hören eine Richtung
Leg dir eine Aufnahme aus dem Englisch- oder Französischunterricht bereit, zu der es einen Arbeitsauftrag und möglichst auch ein Transkript gibt. Lies zunächst die Frage. Sollst du erklären, warum ein Besuchsprogramm geändert wurde, brauchst du beim Hören einen Grund. Sollst du der Gruppe den neuen Treffpunkt nennen, achtest du auf Ortsangaben und auf Korrekturen. Ein Wort kann in beiden Aufträgen vorkommen und dennoch nur in einer Antwort wichtig sein.
Die Bildungsstandards für fortgeführtes Englisch und Französisch beschreiben Hörverstehen als gezielte Entnahme von Hauptaussagen und Einzelinformationen. Zur Sprachmittlung gehört dort, Inhalte für bestimmte Adressaten und einen bestimmten Zweck in der anderen Sprache wiederzugeben. Die Übungen hier kannst du unabhängig voneinander bearbeiten. Welche Aufgabenform in deiner Prüfung vorgesehen ist, klärst du anhand der Vorgaben für dein Fach und dein Bundesland. Die Abiturübersicht hilft bei der Orientierung.
Halte Korrekturen und Unsicherheiten im Hörtext fest
Stell dir für eine eigene Hörprobe eine Museumsdurchsage vor. Sie erinnert an den bisher vereinbarten Treffpunkt im Hof, erwähnt Bauarbeiten und verlegt das Treffen an die Garderobe. Bitte jemanden aus deinem Kurs, eine ähnliche Ansage in der Fremdsprache einzusprechen. Die Person kann Orte und Anlass abwandeln, damit du die Lösung beim Hören noch nicht kennst. Als Frage eignet sich, wohin sich spät eintreffende Gäste wenden sollen.
Denk beim Hören in Beziehungen. Die Notiz „Hof, Garderobe“ hält die Räume fest, lässt aber offen, welcher jetzt zählt. Ein gestrichener Ort und ein Pfeil zum neuen Ort zeigen die Änderung. Falls du die Verbindung überhörst, lass eine Lücke oder setze ein Fragezeichen. So kannst du später einen echten Hörfehler von einem zu knappen Stichwort unterscheiden. Antworte nach dem Hören in einem ganzen Satz, bevor du ins Transkript schaust. Der Satz macht sichtbar, ob du den Treffpunkt kennst oder nur zwei Wörter wiedererkannt hast.
Hör dir zur Kontrolle die betreffende Passage erneut an. Achte auf den Moment, an dem aus dem bisherigen Plan ein geänderter Plan wird. Manchmal ist ein unscheinbares Wort dafür entscheidend. Lies dann im Transkript nach und notiere neben deiner ursprünglichen Antwort, welchen Hinweis du beim nächsten Versuch hören möchtest. Ob eine Aufnahme unter Prüfungsbedingungen wiederholt wird, entnimmst du den Hinweisen zu der jeweiligen Aufgabe.
Wähle bei der Sprachmittlung aus Sicht deiner Gäste
Wechsle nun das Material. Auf einem erfundenen deutschen Aushang steht, dass eine Gruppe bei Regen im Lesesaal wartet. Die Führung beginnt erst, wenn alle dort angekommen sind. Die Ausstellung wurde gemeinsam mit dem örtlichen Geschichtsverein gestaltet. Eine französische Austauschschülerin schreibt dir vom Eingang und fragt, wo sie ihre Gruppe findet. Wähle die Angaben aus, die ihr jetzt weiterhelfen. Der Kooperationspartner des Museums wäre für einen Bericht über die Ausstellung interessant, für die Suche nach der Gruppe darfst du ihn weglassen.
Eine mögliche Nachricht bei Regen lautet „Retrouve-nous dans la salle de lecture. La visite commencera quand tout le groupe sera là.“ Lies deine Antwort noch einmal aus Sicht der Schülerin. Sie erfährt, wo sie hingehen soll und weshalb sie die Führung noch erreichen kann. Steht auf den Schildern im Museum nur der deutsche Raumname, kannst du „Lesesaal“ ergänzen. So bleibt die Nachricht auch auf dem Weg durchs Gebäude brauchbar. Für eine Person, die über den Besuch einen Artikel schreiben soll, würdest du mit demselben Ausgangstext anders arbeiten.
Überprüfe die Ursache eines Fehlers
Beim Hörverstehen gehst du von der falschen Antwort zurück zur entscheidenden Tonstelle. Bei der Sprachmittlung gehst du von der fertigen Nachricht zurück zum Auftrag. Fehlt eine Angabe, weil du den Text missverstanden hast, oder weil du die falsche Auswahl für deine Leserin getroffen hast? Tauscht eure Nachrichten im Kurs und gebt einander eine konkrete Rückmeldung wie „Ich weiß, dass ihr wartet, aber ich finde den Raum noch nicht“. Bei der Auswertung deiner Übungsaufgaben kannst du diesen Satz festhalten und damit die nächste Sprachmittlung auf Verständlichkeit prüfen.
So bringt dich ExamLuma weiter
Behalte deinen gesamten Lernplan in ExamLuma immer klar im Blick. ↗
Setze dir dein tägliches Lernziel und sieh sofort, wie weit du schon bist. ↗
Halte jede abgeschlossene Lerneinheit unkompliziert fest. ↗

Häufige Fragen
Soll ich beim Hören jedes unbekannte Wort notieren?
Halte zuerst die Informationen fest, nach denen die Aufgabe fragt. Ein einzelnes unbekanntes Wort lohnt einen zweiten Blick, wenn es den Sinn einer für die Antwort wichtigen Aussage verändert.
Darf ich einen schwierigen Begriff umschreiben?
Eine passende Umschreibung kann den gemeinten Inhalt verständlich machen. Prüfe, welche Information dein Gegenüber braucht und welche Bedeutung beim Umformulieren erhalten bleiben muss.
Kann ich mit einem Transkript üben?
Ja. Bearbeite die Höraufgabe zunächst mit der Aufnahme. Nutze das Transkript anschließend, um die Stelle zu finden, an der du eine Einschränkung überhört oder zwei Aussagen verwechselt hast.
Quellen & Nachweise
- Bildungsstandards für die fortgeführte Fremdsprache (Englisch/Französisch) für die Allgemeine Hochschulreife · Kultusministerkonferenz · 2012

