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Grundkurs und Leistungskurs: Aufgaben passend üben

Für die Wahl einer Übungsaufgabe zählt, was du in deinem Fach auf deinem Kursniveau leisten sollst. Am selben Versuchsbericht kannst du üben, eine Schlussfolgerung zu begründen oder einen eigenen Kontrollversuch zu entwerfen. Vergleiche die Arbeitsaufträge, die vorhandenen Hilfen und die Kriterien deiner Lehrkraft, bevor du mit der Lösung beginnst.

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Lege die Aufgaben nebeneinander, bevor du rechnest

Eine Mitschülerin schickt dir ihre Biologieaufgabe aus einem anderen Kurs. Auf beiden Blättern geht es um das Wachstum junger Pflanzen. Dein Blatt enthält eine Tabelle und fragt, welche Aussage die Messungen stützen. Auf dem anderen Blatt sollst du zusätzlich einen Versuch entwerfen, der zwei mögliche Erklärungen voneinander trennt. Mit dem gleichen Kapitel im Buch kommst du in beiden Kursen voran. Für die nächste Klausur übt ihr aber unterschiedliche Arbeitsschritte.

Was „Grundkurs“ und „Leistungskurs“ an deiner Schule konkret bedeuten, erfährst du aus der Kursbeschreibung und den Fachvorgaben deines Landes. Die Vereinbarung der Kultusministerkonferenz unterscheidet grundlegendes und erhöhtes Anforderungsniveau. Auch auf grundlegendem Niveau arbeitest du mit fachlichen Methoden und begründest Ergebnisse. Auf erhöhtem Niveau werden ausgewählte Fragestellungen vertieft. Das Pflanzenbeispiel zeigt eine mögliche Abstufung. Ein festes Schema dafür, welche Aufgabe in welchen Kurs gehört, lässt sich daraus nicht ableiten.

Kläre, welche Entscheidungen dir das Material abnimmt

Auf deinem Übungsblatt wurden gleichartige Jungpflanzen in unterschiedlich hellen Räumen aufgestellt. Die Tabelle zeigt die mittlere Wuchshöhe zu Beginn und zum Ende der Beobachtung. Auf dem Blatt steht außerdem, dass Wasser und Erde aus derselben Quelle stammen. Bevor du etwas über Licht aussagst, vergleichst du für jede Gruppe den Anfang mit dem Ende. Waren die Pflanzen anfangs unterschiedlich groß, kann allein der Blick auf die Endwerte in die Irre führen.

Deine Antwort könnte lauten, dass sich die beobachteten Gruppen unter den angegebenen Bedingungen unterschiedlich entwickelt haben. Wenn das Blatt über die Temperatur in den Räumen schweigt, benennst du diese offene Frage. Damit hast du einen Schluss aus Daten gezogen und seine Reichweite begrenzt. Frag bei der Rückgabe nach, ob du die Beobachtung klar genug von der Erklärung getrennt hast. Dieser Unterschied ist auch dann wichtig, wenn das Aufgabenblatt den Vergleich Schritt für Schritt vorgibt.

Erprobe, was du selbst entwerfen musst

Für den zweiten Auftrag bleibt die Tabelle dieselbe. Die Zusatzfrage lautet, wie sich der Einfluss der Beleuchtung von dem der Temperatur trennen ließe. Schreib zunächst auf, welche Beobachtung beide Erklärungen zulassen. Erst danach lohnt sich der Entwurf eines neuen Versuchs. Du könntest Pflanzen bei gleicher Temperatur unterschiedlichen Lichtbedingungen aussetzen. Für die Gegenprobe würdest du bei gleicher Beleuchtung die Temperatur verändern. Überlege, wodurch du sicherstellst, dass die Temperatur am Standort der Pflanzen tatsächlich vergleichbar bleibt.

Gib den Entwurf einer Person aus deinem Kurs. Kann sie erkennen, welche Bedingung du jeweils gezielt änderst und welche du kontrollierst? Wenn du keine Erklärung dafür hast, warum du beide Vergleiche brauchst, hilft es wenig, das Versuchsprotokoll bloß ausführlicher zu schreiben. Genau diese Entscheidung ist der Gegenstand deiner nächsten Übung.

Beispielplan

Mira beginnt mit dem Blatt, auf dem der Vergleich vorgegeben ist. Sie deckt den Lösungshinweis ab und schreibt ihre Deutung der Tabelle auf. Danach kontrolliert sie, ob ihre Schlussfolgerung ohne die Angabe zur Raumtemperatur überhaupt haltbar ist. Für die folgende Stunde notiert sie eine Frage zur Formulierung, die ihre Lehrkraft in der letzten Klausur angestrichen hatte.

Jannik bearbeitet zusätzlich den offenen Entwurfsauftrag. Er zeichnet auf, welche Gruppen für seinen Vergleich notwendig wären, und erklärt unter der Skizze, welches Ergebnis für welche Erklärung sprechen würde. Dann tauschen die beiden ihre Blätter. Mira prüft, ob der Versuchsaufbau tatsächlich die Frage zum Licht beantwortet. Jannik sucht in Miras Auswertung nach dem Übergang von Messwert zu Deutung. Beide erhalten so Rückmeldung zu ihrem eigenen Auftrag.

Wähle die nächste Aufgabe nach der offenen Frage

Wenn du an einer unbekannten Tabelle noch die Vergleichsgröße verwechselst, suche eine neue Tabelle mit demselben Denkproblem. Wenn du eine vorgegebene Methode sicher anwenden kannst, beim eigenen Entwurf aber wichtige Bedingungen offenlässt, suche einen Auftrag mit mehr Entscheidungsspielraum. Der Blick auf geeignetes Übungsmaterial für das Abitur hilft beim Aussortieren älterer Aufgaben. Die Anforderungsbereiche einer Aufgabe beschreiben wiederum, welchen Denkschritt ein Teilauftrag verlangt. Auch ein Grundkurs kann ein begründetes Urteil verlangen, und auch im Leistungskurs kann es zunächst darum gehen, einen Messwert richtig zu lesen.

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Häufige Fragen

Woran erkenne ich das Niveau einer Übungsaufgabe?

Prüfe die Kennzeichnung im Aufgabenmaterial und die Fachvorgaben deines Landes. Der Operator allein verrät das Kursniveau nicht.

Darf ich als Grundkursschüler Aufgaben aus dem Leistungskurs nutzen?

Ein passender Teilauftrag kann dir helfen. Vergleiche die erwartete Leistung mit den Anforderungen deines Kurses, besonders bevor du eine ganze Klausur als Probe schreibst.

Wie heißt das erhöhte Niveau an meiner Schule?

Das hängt vom Bundesland und vom Fach ab. Die Kursbeschreibung und deine Lehrkraft geben Auskunft über das Anforderungsniveau.

Quellen & Nachweise

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