Lern-Guides

Mit Abstand wiederholen und dich selbst abfragen

Schließe die Unterlagen und versuche, eine Frage aus dem Gedächtnis zu beantworten. Vergleiche deinen Versuch mit der Lösung und notiere, an welcher Stelle du Hilfe brauchtest. Greife die Frage nach einer Pause an einem anderen Tag wieder auf. Verändere dann das Beispiel, damit du den Lösungsweg selbst finden musst.

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Eine Frage finden, die mehr verlangt als Wiedererkennen

Schlag dein Heft bei einem Thema auf, das du eigentlich schon kannst. Lies nur die Überschrift und klapp das Heft wieder zu. Könntest du einer Mitschülerin erklären, wie man bei einer Aufgabe zu diesem Thema anfängt? „Ableitungen“ ist dafür ein zu großes Stichwort. „Wie erkenne ich am Graphen, wo die Ableitung negativ ist?“ gibt deinem Gedächtnis eine Richtung. Skizziere eine Kurve, markiere den passenden Abschnitt und schreibe eine Begründung daneben. Jetzt liegt ein eigener Versuch vor, den du mit deinen Unterlagen vergleichen kannst.

Dieser Unterschied ist beim Wiederholen wichtig. Ein fertig beschrifteter Graph sieht schnell vertraut aus. Erst auf deinem leeren Blatt siehst du, ob du die Lage unterhalb der waagerechten Achse mit dem Fallen des Graphen verwechselst. Der Praxisleitfaden des Institute of Education Sciences empfiehlt, wichtige Inhalte mit Abstand aufzugreifen und das Erinnern durch Übungsfragen anzuregen. Für die eigene Vorbereitung heißt das ganz praktisch, dass du beim nächsten Termin wieder mit einer Frage beginnst.

Den zweiten Versuch vorbereiten

Hebe deine erste Antwort auf, auch wenn sie Lücken hat. Such in der Lösung genau den Gedanken, an dem deine Erklärung abbricht. Fehlt dir das Wort „Steigung“, oder weißt du, was es bedeutet, liest aber den Graphen von rechts nach links? Notiere einen knappen Hinweis auf der Rückseite deiner Karte. Vorne bleibt nur der Arbeitsauftrag. So kannst du später selbst entscheiden, wann du den Hinweis brauchst.

Lernst du für das Abitur, kann dieselbe Karte an unterschiedlichen Darstellungen funktionieren. Zeichne einen Graphen oberhalb der waagerechten Achse und markiere eine Stelle, an der die Tangente von links nach rechts abfällt. Erkläre, woran du dort die negative Ableitung erkennst. Ändere danach den Verlauf und markiere einen Abschnitt, in dem sich deine Erklärung ändern muss. Auf diese Weise übst du den Zusammenhang, auch wenn du dich noch gut an das Bild aus deinem Heft erinnerst.

Für den TestDaF kannst du mit einem Redemittel ähnlich arbeiten. Schreib als Auftrag beispielsweise „Widersprich einem Vorschlag höflich und begründe deinen Einwand“. Antworte zunächst auf einen Vorschlag zur Bibliotheksöffnung und nimm dich beim Sprechen auf. Greife den Auftrag später wieder auf, diesmal mit dem Thema Gruppenarbeit. Hör dir die Aufnahme an und achte darauf, ob der Einwand und sein Grund auch ohne deine Stichwortliste verständlich sind.

Beispielplan für eine Woche mit Wiederholungen

Am Montag nimmst du dir 15 Minuten für eine Graphenaufgabe. Lege nach deinem Versuch die Musterlösung daneben und ergänze den fehlenden Gedanken in einer anderen Farbe. Am Mittwoch arbeitest du 10 Minuten mit einer neuen Skizze zum gleichen Zusammenhang. Lass die alte Karte zunächst verdeckt und entscheide erst nach der Begründung, ob du sie noch brauchst.

Am Donnerstag kann ein anderer Stoffbereich an die Reihe kommen. Am Wochenende mischst du in einer kurzen Runde 2 alte Aufgaben mit einer neuen. Bearbeite sie ohne Überschriften, die dir den Lösungsweg verraten. Sortiere zum Schluss nach dem Ergebnis deines Versuchs. Was du nur mit Hinweis geschafft hast, kommt bald wieder. Was du frei erläutern und auf einen veränderten Fall übertragen konntest, legst du für später zurück.

Den Abstand nach deiner Antwort wählen

Nimm die Karte nach einem misslungenen Versuch noch einmal zur Hand, sobald du die Erklärung nachvollzogen hast. Gelingt dir die Antwort unmittelbar danach, war das eine Gelegenheit zum Einüben. Wie gut du den Zusammenhang selbst abrufen kannst, prüfst du bei der nächsten Begegnung mit etwas Abstand. Ist dann wieder derselbe Hinweis nötig, ändere die Frage. Ein selbst gezeichneter Graph als Gegenbeispiel oder ein kurzes Gespräch über den Lösungsweg kann die offene Stelle deutlicher zeigen.

Wächst der Stapel, schau die Karten auf Überschneidungen durch. Aufträge, die fast dasselbe verlangen, kannst du zusammenlegen. Eine Karte mit sehr breiter Frage lässt sich dagegen auf den schwierigen Teilschritt zuschneiden. Lege am Ende nur das Material für den nächsten Termin bereit. Dann kannst du direkt mit deinem Versuch beginnen, statt erst im ganzen Heft nach einer geeigneten Aufgabe zu suchen.

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Häufige Fragen

Was schreibe ich auf eine Lernkarte?

Formuliere vorne eine Frage mit einem erkennbaren Ergebnis. Halte hinten die entscheidenden Schritte und eine kurze Begründung fest, mit denen du deine Antwort prüfen kannst.

Was mache ich, wenn ich schon am Anfang festhänge?

Öffne deine Notizen an der passenden Stelle, lies den fehlenden Hinweis und versuche den Einstieg erneut. Markiere die Aufgabe für eine baldige Wiederholung.

Wann kann ich einen größeren Abstand lassen?

Gelingt dir der Schritt auch bei einer veränderten Aufgabe und kannst du ihn begründen, leg die nächste Wiederholung auf einen späteren Termin.

Quellen & Nachweise

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