90 Tage bis zum Abitur: So teilst du die Lernzeit ein
Teile die verbleibende Zeit bis zum Abitur nach dem ein, was du am Ende jeder Etappe selbstständig können möchtest. Fange bei einer Lücke aus deiner letzten Klausur an, verbinde das Gelernte anschließend mit anderen Themen und erprobe deinen Lösungsweg unter Prüfungsbedingungen. Nutze die Schlussphase für die Stellen, an denen du noch Hilfe brauchst.
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Entscheide, wo du anfangen willst
Überleg dir, bei welcher Aufgabe du morgen im Unterricht ungern an die Tafel gehen würdest. Vielleicht kannst du in Biologie ein Diagramm zum Enzymversuch beschreiben, gerätst aber ins Stocken, sobald du den Kurvenverlauf erklären sollst. Das ist ein guter Ausgangspunkt für deinen Lernplan. Schreib die Frage, die dir Schwierigkeiten macht, wörtlich auf. Sammle dazu eine Klausur, ein Aufgabenblatt und die Unterrichtsnotizen, mit denen du deinen nächsten Versuch beurteilen kannst.
Sieh für jedes Prüfungsfach nach, welche Themen und Aufgaben deine Lehrkräfte für die Vorbereitung empfehlen. Ordne sie danach, ob du sie erklären, nur mit Hilfe bearbeiten oder noch gar nicht anfangen kannst. Vermerke auch, worauf du dein Urteil stützt. Ein vertrautes Schaubild wiederzuerkennen fühlt sich womöglich sicher an. Eine Erklärung aus dem Kopf zeigt dir genauer, welche Begriffe und Zusammenhänge dir zur Verfügung stehen.
Setze dir ein Ziel für jeden Übergang
In der Grundlagenphase arbeitest du an solchen einzelnen Hürden. Skizziere beim Enzymversuch selbst den Kurvenverlauf und formuliere eine mögliche Erklärung. Vergleiche sie mit den Bedingungen, die in der Aufgabe genannt sind. Wenn du zum Beispiel die Temperatur als Einflussgröße anführst, obwohl sie während der Messung konstant gehalten wurde, hast du einen klaren Ansatz für die nächste Übung. Markiere die Größe, die im Versuch tatsächlich verändert wurde, und versuch die Erklärung erneut.
Greife das Thema später mit einer neuen Abbildung auf. Der Leitfaden des Institute of Education Sciences empfiehlt, Lerninhalte zeitlich verteilt wieder aufzunehmen und sich durch Fragen selbst zu prüfen. Wähle also eine Aufgabe, bei der du entscheiden musst, welche deiner früheren Überlegungen noch passen. Kannst du den Verlauf auch unter geänderten Versuchsbedingungen erklären, lohnt sich der Übergang zu einer längeren Aufgabe mit zusätzlichem Material.
Beispielplan für die letzten 90 Tage
Tag 1 bis 28. Schließe in den Fächern, die für dich besonders wichtig sind, gezielt Wissenslücken. Nimm etwa in Biologie ein Versuchsdiagramm und in Deutsch einen Absatz aus einer früheren Interpretation. Prüfe am Ende der Etappe an fremdem Material, ob du den Verlauf begründen beziehungsweise einen Textbeleg überzeugend in den Absatz einbauen kannst. Bewahre die Antworten mit den Aufgabenblättern auf.
Tag 29 bis 56. Verbinde Arbeitsschritte. In Biologie könntest du eine Versuchsreihe erklären und anschließend beurteilen, welche Folgerung die Daten zulassen. Lass an einem anderen Lerntag jemanden deine Begründung lesen. Bitte die Person, auf die genaue Stelle zu zeigen, an der sie die Verbindung zum Diagramm verliert. Überarbeite diesen Satz und prüfe, ob auch die Beschriftung deiner Skizze verständlich ist.
Tag 57 bis 80. Bearbeite längere Übungsaufgaben in dem Rahmen, den deine Schule dafür vorsieht. Leg auch für die Durchsicht Zeit fest. Vergleiche unter anderem deinen Einstieg, die Materialauswahl und den Schlusssatz mit früheren Versuchen. Schau dir bei einem abgebrochenen Text an, wie weit du mit der vorangegangenen Teilaufgabe gekommen bist. Vielleicht hast du dort mehr Belege ausgeführt, als deine Aussage braucht.
Tag 81 bis 90. Nimm die aufbewahrten Antworten noch einmal dazu. Wähle überschaubare Aufgaben an den Stellen, die zuletzt unsicher geblieben sind. Lege für den letzten Lerntag bereits vertrautes Material bereit. Kläre organisatorische Fragen mit deiner Schule und passe die Reihenfolge der Fächer an deine tatsächlichen Prüfungstermine an.
Wenn sich die Etappen verschieben
Brauchst du für Grundlagen länger als vorgesehen, verschiebe die gemischten Übungen nur im betroffenen Fach. Du kannst in Deutsch schon längere Texte schreiben, während du in Biologie noch an der Auswertung arbeitest. Behalte bei jeder Änderung im Blick, welche Prüfung als Nächstes ansteht. Eine Übersicht zum Abitur kann dabei als Ausgangspunkt dienen. Die für dich geltenden Vorgaben bekommst du von deiner Schule.
Wenn die Planung zu voll wird, schau in die Ergebnisse der letzten Übungsrunde. Wähle daraus den nächsten Arbeitsschritt und gib ihm einen festen Platz im Wochenplan. Auf deinem Blatt für die längere Planung reichen dann die offene Frage, das Material für die Gegenprobe und das Ziel für den nächsten Übergang.
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Häufige Fragen
Wie beginne ich, wenn einige Fächer schon gut laufen?
Wähle aus den sicheren Fächern gelegentlich eine unbekannte Aufgabe zur Kontrolle. Die längeren Lerntermine nutzt du für Themen, bei denen dir ein Einstieg oder eine Begründung noch schwerfällt.
Wann lohnt sich der Wechsel zu gemischten Aufgaben?
Probiere eine Aufgabe mit verändertem Material aus. Gelingt der Einstieg ohne Blick ins Heft, kombiniere das Thema mit einem anderen. Stockt es, übe den fehlenden Schritt gezielt weiter.
Was mache ich, wenn meine Prüfungen weiter auseinanderliegen?
Richte die intensive Übungsphase je Fach am eigenen Termin aus. Plane nach jeder Prüfung Zeit zum Umstellen ein und nimm aus dem nächsten Fach eine überschaubare Aufgabe wieder auf.
Quellen & Nachweise
- Organizing Instruction and Study to Improve Student Learning · Institute of Education Sciences

